Die Lady of Shalott und Ophelia kennt fast jeder. Doch John William Waterhouse malte noch viel mehr: eine junge Märtyrerin im Schnee, einen Ritter im Bann einer Fee, Echo und Narziss am Wasser. Hier erzählen wir sein Leben und zeigen fünf Meisterwerke, die du vielleicht noch nicht kennst.
J. W. Waterhouse1849–1917 · nach einer Fotografie, um 1912
1849geboren in Rom
1895Mitglied der Royal Academy
1917gestorben in London
280 g/m²dickes Fine Art Papier
John William Waterhouse: ein Leben für Mythen und Dichtung
John William Waterhouse war ein britischer Maler der viktorianischen und edwardianischen Zeit. Er wurde 1849 in Rom geboren, als Sohn zweier englischer Maler, und wuchs zwischen Staffeleien auf. Mitte der 1850er Jahre zog die Familie zurück nach London. Dort starb Waterhouse am 10. Februar 1917.
Als er erwachsen wurde, war die erste Phase der Präraffaeliten schon vorbei. Doch sein Werk ist eng mit ihrer Bildsprache verbunden: starke Frauenfiguren, leuchtende Farben, genau beobachtete Natur und Geschichten aus Antike, Mittelalter, Shakespeare und romantischer Dichtung. Heute gehört er zu den beliebtesten Malern des 19. Jahrhunderts.
Einen Überblick über seine bekanntesten Bilder, von der Lady of Shalott bis zur Meerjungfrau, und alle Motive im Shop findest du auf unserer Seite Waterhouse Kunstdrucke. Hier geht es um sein Leben und um fünf Meisterwerke, die weniger bekannt, aber nicht weniger schön sind.
Ausbildung und Weg an die Royal Academy
Die ersten Grundlagen lernte Waterhouse wohl im Atelier seines Vaters. 1870 wurde er an den Royal Academy Schools aufgenommen, zunächst mit dem Ziel, Bildhauer zu werden. Bald wandte er sich ganz der Malerei zu und stellte schon Anfang der 1870er Jahre aus.
Seine frühen Bilder sind noch dem akademischen Realismus verpflichtet, mit ruhigeren Farben und klassischen Szenen aus der Antike. Ab den 1880er Jahren näherte er sich immer mehr der Welt der Präraffaeliten. 1885 wurde er Associate der Royal Academy, 1895 Vollmitglied. Bis zu seinem Tod blieb er eine feste Größe im Londoner Kunstleben.
Grafik
John William Waterhouse auf einen Blick
1849Geburt in Rom
1870Royal Academy Schools, London
1885„Sankt Eulalia“, Associate der Royal Academy
1888„The Lady of Shalott“
1893„La Belle Dame sans Merci“
1895Vollmitglied der Royal Academy
1903„Echo und Narziss“
1917Tod am 10. Februar in London
Was Waterhouse so besonders macht
Waterhouse verbindet die Sicherheit des Akademikers mit der Farbenfreude der Präraffaeliten. Seine Anatomie ist sicher, seine Kompositionen sind klar. Zugleich liebt er tiefe Rot-, Grün- und Blautöne, schimmernde Stoffe, Wasser, Marmor und Pflanzen. Viele Bilder wirken weich und traumhaft, wie von leichtem Nebel umhüllt.
Am stärksten sind seine Frauenfiguren. Sie sind selten bloß schön. Ihre Blicke und Gesten erzählen von Sehnsucht, Melancholie, Entschlossenheit oder Verzweiflung. Waterhouse liebt Übergangsmomente: kurz vor einer Katastrophe, direkt nach einer Entscheidung, im Augenblick eines Zaubers.
Fünf Waterhouse Gemälde abseits der Klassiker
Diese Bilder stehen oft im Schatten der Lady of Shalott. Dabei zeigen sie Waterhouse von seiner besten Seite. Wir drucken sie gern auf Anfrage.
I
Sankt Eulalia
1885 · Tate, London
Die junge Märtyrerin Eulalia liegt tot im Schnee vor einem römischen Gebäude, Tauben umringen sie, Soldaten und Menschen schauen zu. Ein kühnes, fast filmisches Bild, mit dem Waterhouse Aufsehen erregte.
Nach dem Gedicht von John Keats: Eine Fee im Gras legt ihr langes Haar um den Hals eines Ritters und zieht ihn zu sich herab. Zärtlich und gefährlich zugleich. Das Original hängt in Deutschland.
Narziss liegt am Ufer und sieht nur sein Spiegelbild, die Nymphe Echo blickt ihn vergeblich an. Eine Geschichte aus Ovids Metamorphosen über unerwiderte Liebe.
Psyche sitzt auf einem Felsen und öffnet neugierig die goldene Büchse aus der Unterwelt, obwohl sie es nicht darf. Eine Schwester der Pandora, die du bei uns schon als Kunstdruck findest.
Miranda steht am Ufer, die Hand auf der Brust, und blickt auf ein Schiff im Sturm. Wind, Wellen und ihr wehendes Haar spiegeln ihre Aufregung. Eines seiner letzten großen Bilder.
Pandora kniet im Wald und hebt vorsichtig den Deckel der goldenen Truhe. Gleich entweicht alles Übel in die Welt. Ein Bild voller Spannung in warmen Rot- und Goldtönen, die perfekte Ergänzung zu Psyche.
Waterhouse plant seine Bilder genau. Diagonalen, Blickachsen und wiederkehrende Farben führen das Auge durch die Szene. Oft setzt er die Hauptfigur etwas aus der Mitte und baut mit Bäumen, Mauern oder Wasser Tiefe auf.
Die Farben erzählen mit: kühles Blau und Grün für Wasser, Schicksal und Ferne, warmes Rot und Gold für Leidenschaft, Gefahr und feierliche Momente. Weiß in Kleidern oder Haut wird zum leuchtenden Zentrum. Samt, Haar, Wasser und Marmor wirken greifbar, und die Natur spielt immer mit: Weiden, Schilf, Seerosen und Wolken tragen die Stimmung.
Waterhouse und die Präraffaeliten
Zu Lebzeiten war Waterhouse erfolgreich, aber kein Rebell. Mit der Moderne geriet sein Werk eine Zeit lang in Vergessenheit. Seit dem späten 20. Jahrhundert erlebt er eine große Wiederentdeckung. Seine Lady of Shalott, Ophelia, Nymphen und Meerjungfrauen prägen heute das Bild, das viele von den Präraffaeliten haben, obwohl er eine Generation später malte.
Wohnzimmer: Pandora oder Mariamne werden mit ihren warmen Farben zum Mittelpunkt über Sofa oder Kamin.
Bibliothek: Bilder nach Shakespeare, Keats und Ovid passen zu Büchern und dunklem Holz, ganz im Stil Dark Academia.
Schlafzimmer: Ruhigere Motive wie Thisbe an der Mauer bringen Romantik in den Raum.
Kunstdruck statt Poster
Waterhouse lebt von Farbtiefe und feinen Details in Stoffen und Haar. Unsere Kunstdrucke entstehen auf dickem, mattem Fine Art Papier mit 280 g/m², das diese Tiefe zeigt und nicht spiegelt. Die Größen beginnen bei 10×15 cm, Sondergrößen gibt es auf Anfrage. Mehr im Ratgeber Kunstdrucke kaufen.
Häufige Fragen zu John William Waterhouse
Wo wurde John William Waterhouse geboren?
In Rom, 1849, als Sohn zweier englischer Maler. Die Familie zog Mitte der 1850er Jahre nach London.
War Waterhouse ein Präraffaelit?
Nicht im engeren Sinn, er malte eine Generation nach der Gründung der Bruderschaft. Seine Bildsprache steht ihr aber sehr nahe, man spricht oft von einem späten Präraffaeliten.
Wo hängt Waterhouse’ La Belle Dame sans Merci?
Im Hessischen Landesmuseum in Darmstadt. Waterhouse malte das Bild 1893.
Welche Waterhouse Kunstdrucke gibt es bei Subtile Art?
Zum Beispiel Büchse der Pandora, Mariamne und Thisbe auf Fine Art Papier mit 280 g/m². Weitere Motive drucken wir auf Anfrage.
Abbildungen der Gemälde: gemeinfrei, über Wikimedia Commons.
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