Eine Fee betört einen Ritter, Dornröschen schläft zwischen Rosen, eine junge Frau wandert mit Wichteln durch einen blauen Wald: Henry Meynell Rheam malte Märchen so zart, als hätte er sie selbst erlebt. Hier findest du seine Bilder als Kunstdruck und die Geschichte des Malers aus Cornwall.
Girl in BlueHenry Meynell Rheam · Modell war Bessie Paul
1859–1920von Birkenhead nach Cornwall
NewlynKünstlerkolonie am Meer
Aquarellseine liebste Technik
280 g/m²dickes Fine Art Papier
Henry Meynell Rheam: ein Märchenmaler aus Cornwall
Henry Meynell Rheam ist einer jener Maler, die man über ein einzelnes Bild entdeckt und dann nicht mehr vergisst. Vielleicht über seine „Belle Dame sans Merci“, vielleicht über den Feenwald voller Glockenblumen oder über Dornröschen in ihrem Rosenbett. Seine Bilder erzählen von Feen, Rittern und verzauberten Prinzessinnen, aber ohne Pathos: leise, farbig und voller Liebe zum Detail.
Rheam gehört zu den späten Präraffaeliten, jenen Malern, die um 1900 die Welt der Legenden und Gedichte weitermalten, als die Moderne längst andere Wege ging. Gleichzeitig war er Mitglied der berühmten Künstlerkolonie von Newlyn in Cornwall, wo man vor allem Fischer, Hafen und Alltag am Meer malte. Diese beiden Welten verbinden sich in seinem Werk auf besondere Weise.
Henry Meynell Rheam wurde am 13. Januar 1859 in Birkenhead bei Liverpool geboren und stammte aus einer Quäkerfamilie. Er studierte in Deutschland und an der Académie Julian in Paris, einer der beliebtesten privaten Kunstschulen jener Zeit, an der viele Engländer und Amerikaner lernten.
Newlyn: Licht, Meer und Künstlerfreunde
Ein Vetter von Rheam war der Maler Henry Scott Tuke, der in Cornwall lebte. Das half wohl, dass auch Rheam nach Newlyn zog, ein Fischerdorf bei Penzance an der Südwestspitze Englands. Dort hatten sich seit den 1880er Jahren Künstler um Stanhope Forbes und Walter Langley angesiedelt, die im Freien malten und das Leben der Fischerfamilien zeigten.
Auch Rheam malte Hafenansichten und Menschen aus dem Ort, etwa das „Girl in Blue“, für das eine junge Frau namens Bessie Paul Modell stand. Doch daneben entstanden immer mehr Bilder aus Märchen, Sagen und Gedichten. Später zog die Familie nach Penzance, wo Henry Meynell Rheam 1920 starb.
Grafik
Henry Meynell Rheam auf einen Blick
1859Geburt am 13. Januar in Birkenhead
1894„Newlyn Harbour“, Bild des Hafens
1903„The Fairy Wood“, der Feenwald
1908„Once Upon a Time“
1920Tod in Penzance, Cornwall
Der Stil von Henry Meynell Rheam
Rheam arbeitete am liebsten mit Aquarellfarben. Das gibt seinen Bildern ihr besonderes Leuchten: Die Farben wirken klar und frisch, das Licht scheint durch das Papier. Typisch sind zarte Farbharmonien, fein gezeichnete Gewänder und Blumen, und eine Natur, die selbst ein wenig verzaubert scheint.
Seine Themen fand er in der Literatur. Er malte nach John Keats „La Belle Dame sans Merci“, nach Percy Bysshe Shelley die Feenkönigin Mab, nach Alfred Tennyson die Lady of Shalott, dazu Merlin und Vivien aus der Artussage, Titania aus Shakespeares „Sommernachtstraum“ und immer wieder Märchen wie Dornröschen. In seinen Bildern wird das Mittelalter zum Traumland, bewohnt von Feen, Elfen und Rittern.
Was ihn von vielen Kollegen unterscheidet, ist der Blick des Newlyn-Malers: Seine Wälder und Wiesen sind genau beobachtet, die Glockenblumen im Feenwald wirken, als hätte er sie am Morgen in Cornwall gesehen. So wirken selbst seine Märchenbilder natürlich und lebendig.
Ausgewählte Werke von Henry Meynell Rheam
Diese Bilder zeigen seine Märchenwelt. „La Belle Dame sans Merci“ gibt es bei uns schon als Kunstdruck, die übrigen Motive drucken wir gern auf Anfrage.
I
Der Feenwald
1903 · The Fairy Wood
Eine junge Frau in weißem Kleid geht durch einen Wald voller blauer Glockenblumen, kleine Wichtel mit roten Mützen tanzen um sie herum. Eines seiner bekanntesten Bilder.
Die Feenkönigin aus Shelleys Gedicht schwebt in einem Lichtschein durch die Nacht. Warme Erdfarben und ein leuchtendes Zentrum machen das Bild geheimnisvoll.
Eine junge Frau in rotem Kleid sitzt am Fenster mit Butzenscheiben und blickt nachdenklich auf etwas in ihren Händen. Ein stilles Bild voller Farbe und Stoff.
Eine schöne Fee in rosa Gewand steht im kahlen Wald, zu ihren Füßen liegt ein Ritter in Rüstung, ganz in ihrem Bann. Rheams Fassung des berühmten Gedichts von John Keats, als Kunstdruck für Bibliothek, Wohnzimmer oder Schlafzimmer.
La Belle Dame sans Merci: die schöne Dame ohne Gnade
John Keats schrieb 1819 die Ballade von einem Ritter, der bleich und allein am See umherirrt. Er erzählt, wie er einer wunderschönen Frau begegnete, „eines Feenkindes“, die ihn in ihre Grotte lockte. Im Traum sah er Könige und Krieger, die ihn warnten: Die schöne Dame ohne Gnade hat dich in ihrer Gewalt. Als er erwachte, lag er allein am kalten Hügel.
Viele Maler haben diese Ballade gemalt, darunter John William Waterhouse und Frank Dicksee. Rheam zeigt den Augenblick, in dem der Ritter der Fee verfällt. Sie steht aufrecht und ruhig, er liegt zu ihren Füßen. Die winterlichen Bäume und das zarte Rosa ihres Kleides erzählen vom Zauber und vom Verlust zugleich.
Henry Meynell Rheam Bilder im Zuhause
Rheams Bilder sind wie gemalte Märchenbücher. Sie bringen Poesie und Farbe in jeden Raum.
Kinderzimmer und Jugendzimmer: Der Feenwald oder Dornröschen sind ideale Motive für alle, die Märchen lieben, und wachsen mit, weil sie nie kindlich wirken.
Schlafzimmer: La Belle Dame sans Merci über dem Bett bringt eine romantische, leicht geheimnisvolle Stimmung. Dazu passen Wandfarben in Salbeigrün, Altrosa oder Taubenblau.
Bibliothek und Leseecke: Zusammen mit anderen Bildern aus der Rubrik Märchen entsteht eine kleine Galerie der Legenden.
Ein heller Holzrahmen oder ein schmaler Goldrahmen passen gut zu den zarten Aquarellfarben.
Kunstdruck statt Poster: Qualität für Aquarellfarben
Aquarelle leben von feinen, transparenten Farbschichten. Unsere Henry Meynell Rheam Kunstdrucke entstehen auf dickem, mattem Fine Art Papier mit 280 g/m², das der Oberfläche eines Aquarellpapiers nahekommt und die zarten Töne natürlich wiedergibt.
Die Größen reichen von 10×15 cm bis 60×80 cm, Sondergrößen gibt es auf Anfrage. Weitere Tipps findest du im Ratgeber Kunstdrucke kaufen.
Henry Meynell Rheam ist noch immer ein Geheimtipp unter den späten Präraffaeliten. Als Kunstdruck holst du dir ein Stück seiner Märchenwelt nach Hause.
Häufige Fragen zu Henry Meynell Rheam
Wer war Henry Meynell Rheam?
Ein englischer Maler (1859–1920) aus Birkenhead, Mitglied der Künstlerkolonie von Newlyn in Cornwall. Er malte vor allem Märchen, Legenden und Szenen aus Gedichten, oft in Aquarell.
Was zeigt La Belle Dame sans Merci?
Eine Szene aus der Ballade von John Keats: Ein Ritter verfällt einer schönen Fee, die ihn verzaubert und dann allein zurücklässt.
Gehörte Rheam zu den Präraffaeliten?
Nicht zur ursprünglichen Bruderschaft, aber er gilt als später Präraffaelit, weil er deren Themen und Farbigkeit um 1900 weiterführte.
Welche Größen gibt es für die Rheam Kunstdrucke?
Von 10×15 cm bis 60×80 cm auf Fine Art Papier mit 280 g/m², ohne Rahmen. Sondergrößen auf Anfrage.
Abbildungen der Gemälde: gemeinfrei, über Wikimedia Commons.
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