Eine Sirene, die sehnsüchtig aufs Meer blickt, eine junge Frau im Halbdunkel, Szenen zu Mark Twain: Louis Loeb verband die Feinheit des Zeichners mit der Poesie des Malers. Hier findest du seine Bilder als Kunstdruck und die Geschichte des Künstlers aus Cleveland.
Louis Loeb1866–1909 · nach einer Zeichnung von Albert Sterner
1866–1909aus Cleveland, Ohio
1893Illustrator der Century Magazine
1905Die Sirene
280 g/m²dickes Fine Art Papier
Louis Loeb: vom Lithografen zum gefeierten Maler
Louis Loeb gehört zu den Künstlern, die man fast vergessen hat, obwohl ihre Bilder einst in jedem gebildeten Haushalt Amerikas zu sehen waren. Um 1900 war er einer der bekanntesten Illustratoren der USA. Seine Zeichnungen erschienen in der Century Magazine, einer der wichtigsten Zeitschriften des Landes, und seine Gemälde wurden in New York und Paris ausgezeichnet.
Heute entdecken viele Kunstfreunde Louis Loeb neu, vor allem durch sein Gemälde „Die Sirene“: eine Meerjungfrau, die einsam auf einem Felsen sitzt und den Kopf in die Hand stützt. Das Bild ist sinnlich und traurig zugleich und gehört zur Sammlung des Smithsonian American Art Museum in Washington.
Louis Loeb wurde am 7. November 1866 im Cuyahoga County in Ohio geboren und wuchs in Cleveland auf. Sein Vater war Textilhändler. Schon mit 14 Jahren arbeitete Louis in einer Lithografie-Werkstatt in Cleveland und besuchte abends Zeichenkurse im Cleveland Art Club. 1885 zog er nach New York, arbeitete weiter als Lithograf und lernte am Abend an der berühmten Art Students League.
Paris, Gérôme und die Century Magazine
1889 wagte Loeb den großen Schritt: Er gab die Lithografie auf und ging nach Paris. Dort studierte er drei Jahre lang bei Jules Lefebvre, Benjamin-Constant und Jean-Léon Gérôme, drei Größen der französischen Akademie. Von ihnen lernte er sicheres Zeichnen nach dem Modell und die Kunst, Figuren lebendig und anmutig zu gestalten.
Zurück in New York begann er 1893 als Illustrator für die Century Magazine. Im selben Jahr erschien dort Mark Twains Roman „Pudd’nhead Wilson“ als Fortsetzungsgeschichte, mit sechs ganzseitigen Illustrationen von Louis Loeb. Bis 1900 reiste er immer wieder nach Europa, zum Studium und für Aufträge der Zeitschrift. Für Artikel über die Antike zeichnete er Szenen wie Alexander den Großen bei Diogenes oder Demosthenes vor dem Rat von Athen.
Grafik
Louis Loeb auf einen Blick
1866Geburt am 7. November in Ohio
1885New York, Art Students League
1889Studium in Paris, u. a. bei Gérôme
1893Century Magazine, „Pudd’nhead Wilson“
1897Medaille im Pariser Salon
1904Zwei Silbermedaillen in St. Louis
1905„Die Sirene“
1909Tod am 12. Juli in New Hampshire
Vom Zeichner zum Maler: Louis Loeb Gemälde
Neben der Illustration malte Loeb immer mehr in Öl. Im Pariser Salon erhielt er 1895 eine ehrende Erwähnung und 1897 eine Medaille dritter Klasse. 1903 sorgte eine Ausstellung seiner Ölbilder in New York für Aufsehen, 1904 gewann er auf der Weltausstellung in St. Louis zwei Silbermedaillen.
Seine bekanntesten Gemälde tragen poetische Titel: „Temple of the Winds“ von 1898, „The Breeze“, „The Dawn“, „Die Sirene“ von 1905 und „Miranda“ von 1906, eine Figur aus Shakespeares „Sturm“. Zwei davon, „Temple of the Winds“ und „Miranda“, gelangten in das Metropolitan Museum of Art in New York.
Typisch für Loeb sind weiche Übergänge, gedämpfte Farben und ein träumerisches Licht. Oft stehen junge Frauen im Mittelpunkt, nachdenklich, in sich gekehrt, umgeben von Natur oder Dämmerung. Man spürt den Einfluss der französischen Akademie, aber auch die Stimmung des amerikanischen Tonalismus, der um 1900 Nebel, Abendlicht und leise Farbklänge liebte.
Louis Loeb starb am 12. Juli 1909 in Canterbury im Bundesstaat New Hampshire, mit nur 42 Jahren. Bald darauf erschien ein Katalog zu einer Rückschau seiner Gemälde.
Ausgewählte Werke von Louis Loeb
Diese Bilder zeigen die Bandbreite des Künstlers, vom Ölbild bis zur Illustration. „Die Sirene“ gibt es bei uns schon als Kunstdruck, die übrigen Motive drucken wir gern auf Anfrage.
I
Jessica
Cleveland Museum of Art
Eine junge Frau mit offenem Haar blickt still aus dem Dunkel. Jessica ist die Tochter Shylocks aus Shakespeares „Kaufmann von Venedig“. Loeb malt sie ohne Theaterpose, ganz nah und ernst.
Lockiges Haar, ein ernster Blick, wenige sichere Striche: Die Studie zeigt Loebs große Begabung als Zeichner, die er in Cleveland, New York und Paris geschult hatte.
Alexander der Große steht mit Gefolge vor dem Philosophen Diogenes, der in seiner Tonne liegt. Der berühmte Satz der Anekdote: „Geh mir ein wenig aus der Sonne.“
Auf einem Felsen am Meer sitzt eine Meerjungfrau, das Haar mit einem roten Band gebunden, den Kopf in die Hand gestützt. Ihr türkisgrüner Fischschwanz schimmert im Licht. Ein melancholisches Bild voller Sehnsucht, als Kunstdruck für Schlafzimmer, Bad oder Leseecke.
In der griechischen Sage locken die Sirenen mit ihrem Gesang Seefahrer ins Verderben. Im 19. Jahrhundert verschmolzen sie in der Kunst mit den Meerjungfrauen aus Märchen und Volkssagen. Viele Maler zeigten sie verführerisch und gefährlich. Louis Loeb wählt einen anderen Weg: Seine Sirene singt nicht, sie lockt nicht, sie sitzt allein und denkt nach.
Gerade diese Stille macht das Bild so modern. Man fragt sich, wovon sie träumt: vom Land, von einem Menschen, von einer verlorenen Zeit? Das gedämpfte Licht, die grünen und blauen Töne des Wassers und die warme Haut ergeben eine Stimmung zwischen Märchen und Wirklichkeit. Wer Meerjungfrauen liebt, findet hier eines der schönsten Motive des amerikanischen Symbolismus.
Louis Loeb Bilder im Zuhause
Loebs Gemälde wirken ruhig und poetisch. Sie passen in Räume, in denen man zur Ruhe kommen will.
Schlafzimmer: Die Sirene über dem Bett oder der Kommode bringt eine sanfte, verträumte Stimmung. Wandfarben in Salbeigrün, Petrol oder warmem Grau greifen die Farben des Meeres auf.
Badezimmer und Flur: Ein Meerjungfrauen-Motiv im Bad ist ein charmanter Klassiker. Achte auf einen Platz ohne direkte Feuchtigkeit und einen Rahmen mit Glas.
Leseecke: Zusammen mit anderen Motiven aus der Rubrik Märchen entsteht eine kleine Wand voller Geschichten.
Ein schmaler Holzrahmen in Eiche oder ein dunkler Rahmen in Petrol betont die Stimmung, Gold macht das Bild festlicher.
Kunstdruck statt Poster: Qualität für zarte Farben
Loeb arbeitete mit feinen, gedämpften Tönen, die auf dünnem Posterpapier schnell flach wirken. Unsere Louis Loeb Kunstdrucke entstehen auf dickem, mattem Fine Art Papier mit 280 g/m². So bleiben die Übergänge weich und die Farben tief, ohne störende Spiegelungen.
Die Größen reichen von 10×15 cm bis 60×80 cm, Sondergrößen gibt es auf Anfrage. Mehr Tipps findest du im Ratgeber Kunstdrucke kaufen.
Louis Loeb hatte nur wenig Zeit, sein Werk zu entfalten. Was er hinterließ, ist umso kostbarer: stille, poetische Bilder, die heute wieder ihr Publikum finden. Als Kunstdruck holst du dir ein Stück dieser verträumten Welt nach Hause.
Häufige Fragen zu Louis Loeb
Wer war Louis Loeb?
Ein amerikanischer Maler, Zeichner und Illustrator (1866–1909) aus Ohio. Er studierte in New York und Paris und arbeitete ab 1893 für die Century Magazine.
Wo hängt Die Sirene von Louis Loeb?
Das Gemälde gehört zur Sammlung des Smithsonian American Art Museum in Washington.
Welches Buch hat Louis Loeb illustriert?
Unter anderem Mark Twains „Pudd’nhead Wilson“, das 1893 und 1894 in der Century Magazine erschien, mit sechs ganzseitigen Illustrationen von Loeb.
Welche Größen gibt es für die Louis Loeb Kunstdrucke?
Von 10×15 cm bis 60×80 cm auf Fine Art Papier mit 280 g/m², ohne Rahmen. Sondergrößen auf Anfrage.
Abbildungen der Gemälde und Zeichnungen: gemeinfrei, über Wikimedia Commons.
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