Die Priesterin von Delphi im aufsteigenden Rauch, Lilith mit der Schlange, Lady Godiva auf ihrem Pferd: John Collier malte berühmte Frauen aus Mythos und Geschichte mit fast fotografischer Klarheit. Hier findest du seine Bilder als Kunstdruck und die Geschichte des Londoner Malers.
John Collier: Porträtmaler und Erzähler in Bildern
John Collier war einer der erfolgreichsten Maler im viktorianischen England. Er porträtierte Charles Darwin, Rudyard Kipling, Thomas Henry Huxley und viele Größen aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft. Doch berühmt ist er heute vor allem für etwas anderes: für seine Bilder von Frauen aus Mythologie, Bibel und Geschichte.
Collier malte Lilith, die erste Frau Adams, umschlungen von einer Schlange. Er malte Lady Godiva, die nackt durch Coventry reitet, und die Priesterin von Delphi über dem Erdspalt, aus dem die Dämpfe der Weissagung steigen. Diese Bilder sind klar gezeichnet, ruhig komponiert und doch voller Spannung. John Collier Gemälde gehören zu den meistgesuchten Motiven der späten Präraffaeliten.
John Maler Collier wurde am 27. Januar 1850 in London geboren. Seine Familie war wohlhabend und einflussreich: Der Vater war Generalstaatsanwalt, Richter und wurde zum ersten Baron Monkswell ernannt. John besuchte das Eton College und studierte danach an der Slade School of Art bei Edward Poynter, in Paris bei Jean-Paul Laurens und ab 1875 in München.
Die Familie Huxley und die Porträtkunst
Privat war Collier eng mit der Familie des Naturforschers Thomas Henry Huxley verbunden. 1879 heiratete er dessen Tochter Marian, eine begabte Malerin, die 1887 starb. Zwei Jahre später heiratete er ihre jüngere Schwester Ethel. Weil eine solche Ehe in England damals verboten war, fand die Hochzeit in Norwegen statt.
Als Porträtmaler war Collier gefragt wie kaum ein anderer. Er war Gründungsmitglied der Royal Society of Portrait Painters, stellte über hundert Bilder in der Royal Academy aus und schrieb Lehrbücher wie „A Manual of Oil Painting“ und „The Art of Portrait Painting“. Sein Bildnis von Charles Darwin ist bis heute eines der bekanntesten Porträts des Forschers.
Grafik
John Collier auf einen Blick
1850Geburt am 27. Januar in London
1875Studium in München
1879Heirat mit Marian Huxley
1881„Die letzte Fahrt von Henry Hudson“
1887„Lilith“
1891„Priesterin von Delphi“
um 1898„Lady Godiva“
1934Tod am 11. April in London
Der Stil von John Collier
Colliers Malweise ist glatt und genau, man sieht kaum einen Pinselstrich. Dadurch wirken seine Figuren fast greifbar, als stünden sie wirklich vor einem. Zugleich hatte er einen kühnen Sinn für Farbe: ein leuchtendes Rot, ein tiefes Grün, schimmerndes Gold vor dunklem Grund.
Neben Porträts und Mythen malte er sogenannte „problem pictures“, Szenen aus dem modernen Leben, die Fragen aufwerfen und keine Antwort geben. Was ist in dieser Familie geschehen? Wer hat hier Schuld? Die Betrachter diskutierten darüber in Zeitungen und Salons. Auch seine historischen Bilder erzählen oft von einem Wendepunkt, wie die letzte Fahrt von Henry Hudson, der von seiner meuternden Mannschaft im Eis ausgesetzt wurde.
Collier stand den Präraffaeliten nahe, gehörte aber keiner Gruppe an. Er war ein unabhängiger Kopf, schrieb auch Bücher über Religion und Moral und trat für die Freiheit des Denkens ein. Er starb am 11. April 1934 in London.
Die berühmtesten John Collier Gemälde
Diese Bilder solltest du kennen, wenn du John Collier entdeckst. Die „Priesterin von Delphi“ gibt es bei uns schon als Kunstdruck, die übrigen Motive drucken wir gern auf Anfrage.
I
Lilith
1887 · Atkinson Art Gallery, Southport
Lilith, nach jüdischer Legende die erste Frau Adams, steht im dunklen Wald. Eine große Schlange windet sich um ihren Körper, sie legt zärtlich den Kopf an sie. Eines der bekanntesten Bilder Colliers.
Der Legende nach ritt Lady Godiva nackt durch Coventry, damit ihr Mann die Steuern senkte. Collier zeigt sie mit gesenktem Kopf, verhüllt nur von ihrem langen Haar, auf einem Pferd mit prächtiger roter Decke.
Von seiner Mannschaft ausgesetzt, sitzt der Entdecker mit seinem jungen Sohn im offenen Boot, vor ihnen Eis und Kälte. Ein stilles, erschütterndes Geschichtsbild.
An der Tafel der Borgia wird einem jungen Gast Wein eingeschenkt, die Gastgeber beobachten ihn mit kühlem Blick. Jeder Betrachter ahnt, was die Familie im Ruf hatte, mit Wein zu tun.
Die Pythia sitzt in rotem Gewand auf ihrem Dreifuß über dem Felsspalt, aus dem Dämpfe aufsteigen. In der Hand hält sie einen Lorbeerzweig, ihr Blick ist nach innen gerichtet. Ein geheimnisvolles, hohes Bild für Flur, Bibliothek oder Wohnzimmer.
In Delphi stand der berühmteste Tempel des Apollon. Dort weissagte die Pythia, eine Priesterin, die auf einem Dreifuß über einem Spalt im Felsen saß. Aus der Tiefe stiegen Dämpfe auf, die sie in Trance versetzten. Ihre rätselhaften Antworten bestimmten über Jahrhunderte Kriege, Gründungen von Städten und Schicksale von Königen.
Collier malte sie 1891 in einem leuchtend roten Mantel, umhüllt vom aufsteigenden Rauch. Das hohe, schmale Format lenkt den Blick vom Boden über die Gestalt hinauf in das Halbdunkel. Das Original hängt heute in der Art Gallery of South Australia in Adelaide. Als Kunstdruck ist die Priesterin eines der eindrucksvollsten Motive für alle, die Mythologie und das Okkulte lieben.
John Collier Bilder im Zuhause
Colliers Gemälde haben eine starke Präsenz. Die Figuren wirken lebensnah und ziehen den Blick an.
Flur und Treppenhaus: Das hohe Format der Priesterin von Delphi ist ideal für schmale Wände neben Türen oder im Treppenaufgang.
Bibliothek und Arbeitszimmer: Zwischen Büchern wirken Colliers Mythen wie Illustrationen zu alten Sagen und passen zum Stil Dark Academia.
Wohnzimmer: Zusammen mit Motiven aus der Rubrik Dark & Okkult oder Mythologie entsteht eine Wand voller starker Frauengestalten.
Ein schwarzer oder dunkelbrauner Rahmen hebt das Rot hervor, ein Goldrahmen unterstreicht die festliche Wirkung.
Kunstdruck statt Poster: Qualität für Rot und Rauch
Collier malte mit leuchtenden Farben und feinen Übergängen, besonders im Rauch und in den Stoffen. Unsere John Collier Kunstdrucke entstehen auf dickem, mattem Fine Art Papier mit 280 g/m². Es zeigt die Farbtiefe des Originals und vermeidet Spiegelungen.
Die Größen reichen von 10×15 cm bis 60×80 cm, Sondergrößen gibt es auf Anfrage. Mehr Tipps findest du im Ratgeber Kunstdrucke kaufen.
John Collier verband die Genauigkeit des Porträtmalers mit der Fantasie des Erzählers. Als Kunstdruck holst du dir eines seiner rätselhaften Frauenbilder nach Hause.
Häufige Fragen zu John Collier
Wer war John Collier?
Ein englischer Maler und Autor (1850–1934) aus London. Er war einer der bekanntesten Porträtmaler seiner Zeit und malte daneben Szenen aus Mythologie, Bibel und Geschichte.
Wo hängt Lilith von John Collier?
In der Atkinson Art Gallery in Southport, England. Collier malte das Bild 1887.
Wo ist die Priesterin von Delphi zu sehen?
Das Gemälde von 1891 gehört der Art Gallery of South Australia in Adelaide.
Welche Größen gibt es für die Collier Kunstdrucke?
Von 10×15 cm bis 60×80 cm auf Fine Art Papier mit 280 g/m², ohne Rahmen. Sondergrößen auf Anfrage.
Abbildungen der Gemälde: gemeinfrei, über Wikimedia Commons.
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