Ein Boot gleitet über stilles Wasser zu einer Insel aus Fels und Zypressen. Hinter dem Maler spielt der Tod die Geige. Faune belauschen eine schlafende Göttin: Arnold Böcklin malte Träume, Mythen und Stimmungen wie kein Zweiter. Hier findest du seine Bilder als Kunstdruck und die Geschichte des Basler Malers.
Arnold Böcklin1827–1901 · nach einem zeitgenössischen Bildnis
1827–1901von Basel bis Fiesole
5 Fassungender Toteninsel
1872Selbstbildnis mit fiedelndem Tod
280 g/m²dickes Fine Art Papier
Arnold Böcklin: Maler zwischen Mythos und Traum
Arnold Böcklin gilt als einer der bedeutendsten Maler des 19. Jahrhunderts in Europa. Um 1900 war er in Deutschland und der Schweiz ein Star: Seine Bilder hingen als Reproduktion in unzähligen Wohnungen, Dichter und Musiker ließen sich von ihnen inspirieren. Vor allem eines ist bis heute eine Ikone: „Die Toteninsel“.
Böcklins Welt ist bevölkert von Nymphen, Faunen, Kentauren und Meereswesen, aber auch vom Tod, von Krieg und Pest. Er malte keine Illustrationen alter Sagen, sondern erfand eigene Bilder, die wie Träume wirken: klar gezeichnet, leuchtend in der Farbe und zugleich voller Rätsel. Damit wurde er zum wichtigsten Wegbereiter des Symbolismus im deutschsprachigen Raum und später zum Vorbild für Maler wie Giorgio de Chirico und die Surrealisten.
Arnold Böcklin wurde am 16. Oktober 1827 in Basel geboren, als Sohn eines Seidenfabrikanten. Von 1845 bis 1847 studierte er an der Kunstakademie Düsseldorf bei dem Landschaftsmaler Johann Wilhelm Schirmer. Reisen nach Belgien, Holland und Paris folgten, wo ihn Rubens und die alten Meister im Louvre beeindruckten.
Rom, Weimar, Florenz: ein Leben auf Reisen
1850 ging Böcklin nach Rom und blieb mit Unterbrechungen sieben Jahre. Dort heiratete er 1853 die Römerin Angela Pascucci, die Modell vieler seiner Bilder wurde. Das Paar bekam vierzehn Kinder, acht starben früh. Italien prägte Böcklin für immer: das Licht, die Zypressen, die Ruinen und das Meer kehren in seinen Bildern immer wieder.
Bekannt wurde er 1859 mit „Pan im Schilf“. Danach lehrte er von 1860 bis 1862 an der Kunstschule in Weimar, lebte wieder in Basel und München, wo 1872 das berühmte Selbstbildnis mit fiedelndem Tod entstand. Von 1874 bis 1885 wohnte er in Florenz, danach in Zürich, wo er mit dem Dichter Gottfried Keller befreundet war. Nach einem Schlaganfall 1892 zog er zurück nach Italien und starb am 16. Januar 1901 in seiner Villa in San Domenico bei Fiesole.
Grafik
Arnold Böcklin auf einen Blick
1827Geburt am 16. Oktober in Basel
1845Studium an der Akademie in Düsseldorf
1850Rom, sieben prägende Jahre
1859Durchbruch mit „Pan im Schilf“
1872Selbstbildnis mit fiedelndem Tod
1880Erste Fassung der „Toteninsel“
1885Umzug nach Zürich
1901Tod am 16. Januar bei Fiesole
Die Toteninsel: Böcklins berühmtestes Bild
Zwischen 1880 und 1886 malte Böcklin fünf Fassungen der Toteninsel. Alle zeigen dasselbe Motiv: Auf dunklem, ruhigem Wasser gleitet ein Boot auf eine Felseninsel zu. Hohe Zypressen ragen in den Himmel, in den Fels sind Grabkammern gehauen. Im Boot steht eine weiß verhüllte Gestalt vor einem Sarg, ein Ruderer sitzt am Heck.
Böcklin selbst nannte das Bild zunächst ein „Traumbild“ und ein Bild „zum Träumen“. Den Namen „Toteninsel“ erhielt es erst durch seinen Kunsthändler. Gerade weil es nichts erklärt, wurde es zum Spiegel für jeden Betrachter: Abschied, Trauer, Stille, Frieden. Sergej Rachmaninow komponierte 1909 eine sinfonische Dichtung danach, Max Reger ein Orchesterstück.
Heute hängt die erste Fassung im Kunstmuseum Basel, die zweite im Metropolitan Museum in New York, die dritte in der Alten Nationalgalerie in Berlin und die fünfte im Museum der bildenden Künste in Leipzig. Die vierte Fassung ging im Zweiten Weltkrieg verloren. Die Berliner Fassung von 1883 gehörte zeitweise Adolf Hitler, ein Kapitel, das zur Geschichte des Bildes dazugehört, aber nichts mit Böcklin selbst zu tun hat.
Die berühmtesten Böcklin Gemälde
Neben der Toteninsel solltest du diese Werke kennen. „Schlafende Diana“ gibt es bei uns schon als Kunstdruck, die übrigen Motive drucken wir gern auf Anfrage.
I
Die Toteninsel
3. Fassung 1883 · Alte Nationalgalerie, Berlin
Das Boot mit der weißen Gestalt erreicht die Insel, die Zypressen stehen dunkel vor dem Abendhimmel. Die bekannteste der fünf Fassungen, warm und still.
Der Maler hält Pinsel und Palette und lauscht. Hinter ihm spielt ein Skelett auf einer Geige mit nur einer Saite. Ein berühmtes Bild über Kunst und Vergänglichkeit.
Eine Frau in Schwarz steht an der Brandung, hinter ihr eine verlassene Villa zwischen Zypressen. Ein Bild über Einsamkeit und Erinnerung, das Böcklin mehrmals malte.
Aus dem dunklen Wald tritt ein seltsames Einhorn, auf seinem Rücken eine Frau mit rätselhaftem Blick. Märchen und Unheimliches liegen hier ganz nah beieinander.
Der Tod mit der Sense reitet auf einem fledermausartigen Ungeheuer durch eine Stadt, unten liegen die Opfer. Eines der letzten großen Bilder Böcklins, düster und eindringlich.
Die Jagdgöttin schläft in gelbem Gewand auf einem Felsen, hinter ihr spähen zwei neugierige Faune hervor. Wolken, Bäume und eine leuchtende Landschaft: typisch Böcklin, heiter und ein wenig frech. Als Kunstdruck für Wohnzimmer, Flur oder Arbeitszimmer.
Faune, Nymphen und Meerwesen: Böcklins heitere Seite
Wer nur die Toteninsel kennt, hält Böcklin für einen düsteren Maler. Doch viele seiner Bilder sind voller Lebenslust und Humor. Faune necken schlafende Göttinnen, Tritonen und Nereiden balgen sich in der Brandung, Kentauren streiten am Ufer. Böcklin malte die antiken Fabelwesen nicht als Marmorstatuen, sondern lebendig, kräftig und manchmal komisch.
Dazu kommt seine Farbe. Böcklin experimentierte mit Malmitteln und Firnissen, um Leuchtkraft zu erreichen. Er liebte klare Konturen, tiefes Blau, sattes Grün und warmes Gelb. Und er war ein Tüftler: Sein Leben lang träumte er vom Fliegen und baute eigene Flugapparate, die allerdings nie richtig abhoben.
Böcklin Bilder im Zuhause: so wirkt ein Kunstdruck
Böcklins Motive haben eine starke Atmosphäre. Sie verwandeln eine Wand in ein Fenster zu einer anderen Welt.
Wohnzimmer: Die schlafende Diana im Querformat über dem Sofa bringt Licht und Mythos in den Raum. Dazu passen Wandfarben in Olivgrün, Ocker oder einem gebrochenen Weiß.
Arbeitszimmer und Bibliothek: Die Toteninsel oder das Selbstbildnis mit fiedelndem Tod wirken ernst und nachdenklich und passen zum Stil Dark Academia.
Flur und Treppenhaus: Ein großes Format in Augenhöhe zieht den Blick an und wird zum Gesprächsthema.
Bei der Rahmung passt ein dunkler Holzrahmen zu den gedeckten Tönen, ein Goldrahmen unterstreicht die Pracht des 19. Jahrhunderts.
Kunstdruck statt Poster: Qualität für Böcklins Farben
Böcklins Bilder leben vom Gegensatz aus dunklen Zypressen und hellem Himmel, aus tiefem Wasser und leuchtender Haut. Unsere Arnold Böcklin Kunstdrucke entstehen auf dickem, mattem Fine Art Papier mit 280 g/m². Das matte Papier gibt dunklen Partien Tiefe und vermeidet Spiegelungen.
Du wählst die Größe passend zu deiner Wand, von 10×15 cm bis 60×80 cm. Sondergrößen gibt es auf Anfrage. Tipps zur Auswahl findest du im Ratgeber Kunstdrucke kaufen.
Mehr als hundert Jahre nach seinem Tod hat Arnold Böcklin nichts von seiner Faszination verloren. Als Kunstdruck holst du dir ein Stück seiner Traumwelt nach Hause.
Häufige Fragen zu Arnold Böcklin
Wer war Arnold Böcklin?
Ein Schweizer Maler des Symbolismus (1827–1901) aus Basel. Er lebte lange in Italien und malte Mythen, Fabelwesen und rätselhafte Stimmungsbilder.
Wie viele Versionen der Toteninsel gibt es?
Fünf, gemalt zwischen 1880 und 1886. Vier sind erhalten: in Basel, New York, Berlin und Leipzig. Die vierte Fassung ging im Zweiten Weltkrieg verloren.
Was bedeutet das Selbstbildnis mit fiedelndem Tod?
Der Tod spielt dem Maler hinter seinem Rücken auf. Das Bild erinnert an die Vergänglichkeit und zeigt zugleich die Kunst als Antwort darauf.
Welche Größen gibt es für die Böcklin Kunstdrucke?
Von 10×15 cm bis 60×80 cm auf Fine Art Papier mit 280 g/m², ohne Rahmen. Sondergrößen auf Anfrage.
Abbildungen der Gemälde und des Bildnisses: gemeinfrei, über Wikimedia Commons.
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