Junge Frauen mit großen weißen Flügeln, die ruhig aus dem Bild blicken, und Pfauen, die im Laub des Waldes verschwinden: Abbott Handerson Thayer war Maler und Naturforscher zugleich. Hier findest du sein Leben, seine Engel und zwei davon als Kunstdruck.
Abbott Handerson Thayer war ein amerikanischer Maler, Naturforscher und Lehrer. Er wurde am 12. August 1849 in Boston geboren und starb am 29. Mai 1921 in Dublin, New Hampshire, am Fuß des Mount Monadnock. Berühmt wurde er auf zwei ganz verschiedenen Gebieten: mit seinen Engeln und idealen Frauengestalten und mit seiner Forschung über die Tarnfarben der Tiere.
Zu Lebzeiten war Thayer hoch angesehen. Seine Bilder kamen in große Sammlungen, etwa das Metropolitan Museum of Art, das Smithsonian American Art Museum und das Museum of Fine Arts in Boston. Zugleich galt er als empfindsamer, eigenwilliger Mensch, dessen Leben von schweren Krisen geprägt war.
Ausbildung: von Brooklyn nach Paris
Thayer wuchs in Keene, New Hampshire, auf. Schon als Kind beobachtete und zeichnete er Tiere, vor allem Vögel. Erste Malstunden erhielt er in Brooklyn bei dem Tiermaler Henry Augustus Loop, danach studierte er an der National Academy of Design in New York.
Wie viele Amerikaner seiner Generation ging er nach Paris. An der École des Beaux-Arts lernte er im Atelier von Jean-Léon Gérôme, einem der einflussreichsten Lehrer der Zeit. Dort verfeinerte er Zeichnung, Anatomie und Maltechnik. Zurück in den USA lebte er zunächst in New York und zog später nach Dublin in New Hampshire. Die Wälder und der Berg Monadnock wurden zur Kulisse seines Lebens.
Grafik
Abbott Handerson Thayer auf einen Blick
1849Geburt am 12. August in Boston
1875Studium in Paris bei Gérôme
1887„Angel“ mit Tochter Mary als Modell
1895„Caritas“ in Philadelphia gezeigt
um 1897„Meine Kinder“
1903„Stevenson Memorial“
1909Buch „Concealing-Coloration“
1921Tod am 29. Mai in Dublin, New Hampshire
Thayers Engel: Schutzfiguren in Weiß
Thayers bekanntestes Bild ist „Angel“ von 1887. Es zeigt seine Tochter Mary als lebensgroße Engelsgestalt im weißen Gewand vor großen, hellen Flügeln. Der Blick ist ernst und ruhig, ganz ohne Kitsch. Diese Verbindung aus vertrautem Gesicht und überirdischer Gestalt wurde typisch für ihn. Die Öffentlichkeit nannte ihn bald den „Maler der Engel“.
Seine Engel sind keine Putten mit Harfe. Es sind junge Frauen und Kinder, die Schutz, Reinheit und Hoffnung verkörpern. Thayer malte mit hellen, flirrenden Weißtönen, sodass die Figuren aus dem dunklen Hintergrund zu leuchten scheinen. Dahinter steht eine spirituelle, naturverbundene Weltsicht: Natur und Mensch als Träger einer höheren Wahrheit.
Die berühmtesten Abbott Thayer Gemälde
Diese Werke zeigen beide Seiten des Malers, den Engelsmaler und den Naturforscher. Zwei Engel gibt es bei uns schon als Kunstdruck, die übrigen Motive drucken wir gern auf Anfrage.
I
Caritas
1894–95 · Museum of Fine Arts, Boston
Eine große Frauengestalt breitet die Arme aus, zu ihren Füßen zwei Kinder. Modell stand Elise Pumpelly, die Tochter eines Harvard-Geologen. Das Museum kaufte das Bild 1897.
Ein Mädchen mit dunklem Haar steht frontal vor großen weißen Flügeln, das helle Gewand fällt schlicht herab. Ihr ruhiger Blick macht das Bild zu einem stillen Schutzengel, für Schlafzimmer, Kinderzimmer oder Flur.
Neben der Malerei beschäftigte sich Thayer jahrelang mit Zoologie und Optik. Er beobachtete, dass viele Tiere oben dunkler und unten heller gefärbt sind. Dadurch gleicht sich das Licht von oben aus, und der Körper wirkt flach und fast unsichtbar. Dieses Prinzip der Gegenschattierung ist bis heute als „Thayer’s Law“ bekannt.
1909 veröffentlichte er mit seinem Sohn Gerald das Buch „Concealing-Coloration in the Animal Kingdom“ mit vielen Bildern, auch dem Pfau im Wald. Einige Thesen gingen zu weit und wurden später kritisiert. Doch im Ersten Weltkrieg flossen seine Ideen in die Tarnanstriche von Schiffen ein. Deshalb nennt man den Maler der Engel bis heute auch den „Vater der Tarnung“.
Krisen und spätes Ansehen
Thayers Leben war von Schicksalsschlägen geprägt, darunter der frühe Tod seiner ersten Frau. Er litt immer wieder an Depressionen und Erschöpfung. Die Kunst wurde für ihn zu einer Form der Selbstrettung. Manche Kritiker fanden seine Engel sentimental. Heute sieht man ihn differenzierter: als wichtige Stimme der amerikanischen Idealmalerei um 1900 und als faszinierende Figur zwischen Atelier und Labor.
Thayer Engel im Zuhause
Schlafzimmer und Kinderzimmer: Der Engel wirkt wie ein ruhiger Wächter und bringt Licht an die Wand.
Flur und Eingang: Das hohe Format empfängt Gäste mit einer stillen, freundlichen Geste.
Wohnzimmer: Als Paar mit dem Schlafenden Engel oder zusammen mit Motiven aus Religion und Mythologie entsteht eine helle, harmonische Bildwand.
Ein weißer oder heller Holzrahmen betont das Leuchten der Gewänder, ein Goldrahmen macht das Bild feierlich. Mehr Ideen findest du unter Bilder für Wohnung und Büro.
Kunstdruck statt Poster: Qualität für zarte Weißtöne
Thayers Bilder leben von feinen Abstufungen in Weiß, Creme und Grau. Auf dünnem Posterpapier gehen sie schnell verloren. Unsere Kunstdrucke entstehen auf dickem, mattem Fine Art Papier mit 280 g/m², das die zarten Töne genau wiedergibt und nicht spiegelt. Die Größen beginnen bei 10×15 cm, Sondergrößen gibt es auf Anfrage. Mehr im Ratgeber Kunstdrucke kaufen.
Häufige Fragen zu Abbott Handerson Thayer
Wer war Abbott Handerson Thayer?
Ein amerikanischer Maler, Naturforscher und Lehrer (1849–1921). Bekannt wurde er mit Engelsbildern und idealen Frauengestalten und als Forscher zur Tarnfärbung der Tiere.
Wer stand Modell für Thayers „Angel“?
Seine Tochter Mary. Das Bild von 1887 gehört dem Smithsonian American Art Museum in Washington.
Warum heißt Thayer „Vater der Tarnung“?
Er beschrieb die Gegenschattierung von Tieren und schrieb 1909 mit seinem Sohn ein Buch über Tarnfarben. Seine Ideen beeinflussten Tarnanstriche im Ersten Weltkrieg.
Welche Größen gibt es für die Thayer Kunstdrucke?
Mehrere Größen ab 10×15 cm auf Fine Art Papier mit 280 g/m², ohne Rahmen. Sondergrößen auf Anfrage.
Abbildungen der Gemälde: gemeinfrei, über Wikimedia Commons.
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