Ein Dämon hockt auf der Brust einer schlafenden Frau, drei Hexen deuten in die Ferne, Lady Macbeth greift nach den Dolchen: Johann Heinrich Füssli, in England Henry Fuseli genannt, malte die Nachtseite der Seele. Hier findest du seine Bilder als Kunstdruck und die Geschichte des Zürcher Malers.
Johann Heinrich Füssli1741–1825 · nach einem gezeichneten Selbstbildnis
1741–1825von Zürich nach London
1781Der Nachtmahr
Henry Fuselisein Name in England
280 g/m²dickes Fine Art Papier
Johann Heinrich Füssli: der Pfarrer, der Albträume malte
1782 drängten sich die Besucher der Royal Academy in London vor einem Bild, das sie erschreckte und zugleich nicht losließ. Eine junge Frau liegt mit zurückgeworfenem Kopf auf ihrem Lager, auf ihrer Brust hockt ein Dämon, hinter dem Vorhang schaut ein Pferd mit leeren, leuchtenden Augen hervor. Das Bild hieß „The Nightmare“, „Der Nachtmahr“, und machte Johann Heinrich Füssli über Nacht berühmt.
Bis heute ist der Nachtmahr eines der bekanntesten Bilder der Kunstgeschichte. Es gilt als Urbild des Horrors in der Malerei und hat Schriftsteller, Filmemacher und Künstler bis in unsere Zeit inspiriert. Doch Füssli war weit mehr als der Maler eines einzigen Albtraums: Er war Theologe, Übersetzer, Schriftsteller, Professor und einer der eigenwilligsten Köpfe seiner Zeit.
Johann Heinrich Füssli wurde am 7. Februar 1741 in Zürich geboren. Sein Vater Johann Caspar Füssli war Maler und Schriftsteller. Der Sohn sollte aber Pfarrer werden: Er studierte Theologie und wurde 1761 ordiniert. Sein Lehrer Johann Jakob Bodmer begeisterte ihn für Homer, Dante, Shakespeare und Milton, die ihn sein Leben lang begleiteten.
Von Zürich über Rom nach London
1763 musste Füssli Zürich verlassen. Zusammen mit seinem Freund Johann Caspar Lavater hatte er eine Schrift gegen einen ungerechten Landvogt veröffentlicht. Über Deutschland kam er 1765 nach London, wo er zunächst als Übersetzer arbeitete. Der berühmte Maler Joshua Reynolds sah seine Zeichnungen und riet ihm, die Feder gegen den Pinsel zu tauschen.
Füssli ging 1770 nach Rom und studierte acht Jahre lang die Antike und vor allem Michelangelo. Seine Figuren bekamen dort ihre typische Kraft: gewaltige, gedrehte Körper, dramatische Gesten, harte Licht- und Schattenkontraste. 1779 kehrte er nach London zurück, wenige Jahre später kam der Nachtmahr. Er wurde Mitglied der Royal Academy, später ihr Professor für Malerei und ihr Keeper, also Leiter der Akademieschule.
Grafik
Johann Heinrich Füssli auf einen Blick
1741Geburt am 7. Februar in Zürich
1761Ordination zum Pfarrer
1765Umzug nach London
1770Acht Jahre in Rom, Studium Michelangelos
1781„Der Nachtmahr“
1790Vollmitglied der Royal Academy
1799Milton-Galerie mit 47 Bildern
1825Tod am 16. April bei London
Shakespeare, Milton und die Welt der Träume
Füsslis große Themen kamen aus der Literatur. Für die Shakespeare-Galerie des Verlegers John Boydell schuf er neun Gemälde, darunter die berühmte Szene mit Titania und dem eselköpfigen Zettel aus dem „Sommernachtstraum“. Für seine eigene Milton-Galerie malte er 47 Bilder zu „Das verlorene Paradies“. Dazu kamen Szenen aus Homer, Dante und den nordischen Sagen.
Immer wieder kehrte er zu Träumen, Visionen und Geistern zurück. Füssli interessierte sich weniger für die sichtbare Welt als für das, was in den Menschen vorgeht: Angst, Begierde, Schuld und Wahn. Darin war er seiner Zeit weit voraus. Er gilt als wichtiger Wegbereiter der Romantik und des Symbolismus, und viele sehen in ihm einen Vorläufer des Surrealismus.
Füssli starb am 16. April 1825 in Putney bei London. Er wurde in der Krypta der St Paul’s Cathedral beigesetzt, neben Joshua Reynolds. Eine große Sammlung seiner Werke besitzt heute das Kunsthaus Zürich.
Die berühmtesten Füssli Gemälde
Neben dem Nachtmahr solltest du diese Werke kennen. „Der Nachtmahr“ und „Der Traum des Hirten“ gibt es bei uns schon als Kunstdruck, die übrigen Motive drucken wir gern auf Anfrage.
I
Titania und Zettel
um 1790 · Tate Britain, London
Die verzauberte Elfenkönigin umarmt den Weber Zettel, der einen Eselskopf trägt. Um sie wimmeln Elfen, Kobolde und seltsame Wesen, ein Fest der Fantasie nach Shakespeare.
Drei Hexen im Profil, dicht nebeneinander, legen die Finger an die Lippen und deuten in die Ferne. Füssli malte das Motiv mehrfach, es wurde zu einem Inbegriff des Unheimlichen.
Der Donnergott steht im Boot und holt zum Schlag gegen die riesige Weltenschlange aus. Füsslis Aufnahmewerk für die Royal Academy, ganz im Geist Michelangelos.
Die Schlafende in weißem Gewand, der Dämon auf ihrer Brust, der Pferdekopf mit den leuchtenden Augen: das Urbild des Albtraums als Kunstdruck. Ein starkes Motiv für Bibliothek, Arbeitszimmer oder alle Liebhaber der dunklen Romantik.
Ein Hirte schläft im nächtlichen Wald, über ihm tanzen Elfen und Feen im Mondlicht. Eine Szene aus Miltons „Das verlorene Paradies“, verträumt statt düster, für Schlafzimmer oder Leseecke.
Der Titel spielt mit einem alten Volksglauben. Der „Mahr“ oder „Alp“ ist ein Wesen, das sich nachts auf die Brust der Schlafenden setzt und ihnen den Atem raubt, daher das Wort Albtraum. Im Englischen steckt im Wort „nightmare“ die „mare“, die man später auch als Stute verstand. Füssli malte beides: den kleinen Dämon und den gespenstischen Pferdekopf.
Das Bild zeigt also nicht nur einen Traum, sondern den Zustand des Träumens selbst. Die Frau ist hilflos, ihr Körper verdreht, und doch liegt etwas Sinnliches in der Szene. Diese Mischung aus Angst und Verführung war neu und schockierend. Füssli malte das Motiv danach mehrfach, die erste Fassung von 1781 hängt heute im Detroit Institute of Arts.
Füssli Bilder im Zuhause: so wirkt ein Kunstdruck
Füsslis Motive sind dramatisch, aber gerade deshalb wirken sie an der Wand so stark. Sie geben einem Raum Tiefe und Charakter.
Bibliothek und Arbeitszimmer: Der Nachtmahr zwischen dunklen Bücherregalen ist ein Klassiker des Stils Dark Academia. Wandfarben wie Nachtblau, Anthrazit oder tiefes Bordeaux verstärken die Wirkung.
Schlafzimmer: Hier eignet sich eher der Traum des Hirten mit seinen tanzenden Elfen, verträumt und hell.
Flur und Wohnzimmer: Kombiniert mit anderen Motiven aus der Rubrik Dark & Okkult entsteht eine Galerie für Liebhaber des Unheimlichen.
Ein schwarzer oder sehr dunkler Holzrahmen passt perfekt zu den tiefen Schatten, Gold betont das Theatralische.
Kunstdruck statt Poster: Qualität für tiefe Schatten
Füsslis Bilder leben vom Kontrast: leuchtende Haut vor fast schwarzem Grund. Auf dünnem Glanzpapier gehen die dunklen Partien schnell unter. Unsere Johann Heinrich Füssli Kunstdrucke entstehen auf dickem, mattem Fine Art Papier mit 280 g/m², das Schwarz satt wiedergibt und nicht spiegelt.
Die Größen reichen von 10×15 cm bis 60×80 cm, Sondergrößen gibt es auf Anfrage. Mehr Tipps findest du im Ratgeber Kunstdrucke kaufen.
Fast 250 Jahre nach seiner Entstehung hat der Nachtmahr nichts von seiner Kraft verloren. Als Kunstdruck holst du dir ein Stück dunkle Romantik nach Hause.
Häufige Fragen zu Johann Heinrich Füssli
Wer war Johann Heinrich Füssli?
Ein Schweizer Maler und Schriftsteller (1741–1825) aus Zürich, der in London als Henry Fuseli bekannt wurde. Er war Mitglied und Professor der Royal Academy und malte vor allem Träume, Visionen und Szenen aus der Literatur.
Wo hängt Der Nachtmahr von Füssli?
Die erste Fassung von 1781 hängt im Detroit Institute of Arts. Füssli malte später weitere Versionen, eine davon besitzt das Goethe-Haus in Frankfurt.
Sind Füssli und Henry Fuseli dieselbe Person?
Ja. In England nannte er sich Henry Fuseli, eine englische Form seines Namens.
Welche Größen gibt es für die Füssli Kunstdrucke?
Von 10×15 cm bis 60×80 cm auf Fine Art Papier mit 280 g/m², ohne Rahmen. Sondergrößen auf Anfrage.
Abbildungen der Gemälde und der Zeichnung: gemeinfrei, über Wikimedia Commons.
Cookie-Einstellungen
Wir nutzen Cookies und ähnliche Techniken. Notwendige sorgen dafür, dass Warenkorb und Kasse funktionieren. Mit Ihrer Zustimmung werten wir außerdem Besuche aus und messen den Erfolg unserer Werbung. Ihre Wahl können Sie jederzeit unter „Cookie-Einstellungen“ unten auf der Seite ändern.
Notwendig
Immer aktiv
Die technische Speicherung oder der Zugang ist unbedingt erforderlich für den rechtmäßigen Zweck, die Nutzung eines bestimmten Dienstes zu ermöglichen, der vom Teilnehmer oder Nutzer ausdrücklich gewünscht wird, oder für den alleinigen Zweck, die Übertragung einer Nachricht über ein elektronisches Kommunikationsnetz durchzuführen.
Präferenzen
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist für den rechtmäßigen Zweck der Speicherung von Präferenzen erforderlich, die nicht vom Abonnenten oder Benutzer angefordert wurden.
Statistik
Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu statistischen Zwecken erfolgt.Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu anonymen statistischen Zwecken verwendet wird. Ohne eine Vorladung, die freiwillige Zustimmung deines Internetdienstanbieters oder zusätzliche Aufzeichnungen von Dritten können die zu diesem Zweck gespeicherten oder abgerufenen Informationen allein in der Regel nicht dazu verwendet werden, dich zu identifizieren.
Marketing
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist erforderlich, um Nutzerprofile zu erstellen, um Werbung zu versenden oder um den Nutzer auf einer Website oder über mehrere Websites hinweg zu ähnlichen Marketingzwecken zu verfolgen.