Ist Heiraten noch in Mode

Ist Heiraten noch in Mode

Die Welt ändert sich ständig. Auch die Beziehung zwischen Mann und Frau ist davon betroffen. Das eigene Glück mit dem Versprechen auf Ewigkeit in Form der Ehe war lange Zeit für viele Paare der krönende Abschluss. Und zugleich der Beginn einer wundervollen und unvergesslichen Zeit. Doch seit dem das Internet einen beinahe wahllosen Zugang zu möglichen potenziellen Partnern bietet, werden immer mehr Menschen unsicher. Dieses Bild wird uns beinahe überall vermittelt. Soll man sich wirklich an einen Partner für ewig binden wollen, wo doch die Auswahl im nächsten Online-Dating-Markt so berauschend ist?

Doch immerhin zeigten sich die Zahlen zur Heirat in den letzten Jahren beinahe stabil. Wurden im Jahre 2002 noch 391.963 Ehen in Deutschland geschlossen, waren es im Jahr 2012 nur geringfügig weniger. Die Zahl lag bei 387.423 Ehen. Für das Jahr 2013 werden identische Zahlen erwartet.

Von Scheidung jedes 3. Paar betroffen

Dennoch sind die stabilen Zahlen leider nicht vollkommen aussagefähig. Beinahe jede 3. Ehe wird geschieden, das sind pro Jahr ungefähr 179.000 Ehen. Wer jedoch genauer auf das Zahlenwerk blickt, wird erkennen, das es auch positive Punkte gibt. So erfolgt die Scheidung erst nach durchschnittlich 14 Jahren und 7 Monaten. Während dieser Zeit haben Mann und Frau also häufig eine harmonische Ehe miteinander verbracht und viele glückliche Zeiten erleben können. Immerhin vor 20 Jahren lag der Durchschnitt noch bei 11,5 Jahren. In der Regel erfolgt der Scheidungsantrag von den Frauen. Das Internet hat also bislang noch keine allzu großen Auswirkungen auf den Bindungswillen mit sich gebracht.

Erinnerungen

Erinnerungen sind besonders wichtig

In unser heute modernen Zeiten, in der Erinnerungen fast nur noch digital vorhanden sind, ist bei der Ehe ein starker Trend zu fassbaren Erinnerungen erkennbar. Immer mehr Paare lehnen reine digitale Erinnerungsstücke ab und kehren zurück zu den guten alten Dingen, die man anfassen kann. Denn nur was fassbar ist, erlaubt uns auch einen sentimentalen Blick zurück auf wunderschöne Momente und Situationen. Fotos und Urkunden sind dabei besonders wichtig. Aber auch das Stammbuch bei der standesamtlichen Hochzeit steht für viele heute ebenfalls im Vordergrund. Vor 20 Jahren legten nur wenig Paare dabei Wert auf hohe Qualität. Heute hingegen müssen es hochwertige Materialen sein. Denn schließlich soll das Stammbuch eine Erinnerung auf Lebenszeit darstellen, die zugleich auch das eigene Glück nach außen repräsentieren.

Aber auch Fotos und Souvenirs sollen wieder fassbar sein. Vielfach passiert dieses mit einem Fotobuch oder ähnlichen Möglichkeiten. Die reine digitale Aufbewahrung und Präsentation über PC und Tablet, ist für die meisten Paare jedoch kaum vorstellbar und wird nur nebenbei betrieben. Romantik, Leidenschaft und Sentimentalität gehen dabei ansonsten verloren.

EheringeAuch beim Ring wird nicht mehr gespart. Unabhängig der eigenen finanziellen Möglichkeiten, greifen auch junge Paare immer häufiger wieder zu hochwertigen Ringen. Der Preis ist dabei nur Nebensache. Mittlerweile sind beim Ehering beide Partner gleichberechtigt. Vor vielen Jahrzehnten galt dabei immer noch, das der Mann das alleine Entscheidungsrecht hatte. So hat sich in dieser langen Zeit vieles auch zum positiven bei der Ehe gewandelt.

Heiraten ist wieder IN

Trotz des Überangebotes, das wir seit einigen Jahren durch das Internet und seine Möglichkeiten erleben, ist Heiraten wieder IN. Für viele Frauen ist der Gedanke, einmal im Leben eine Prinzessin zu sein, eine der schönsten Vorstellungen überhaupt. Auch Männer, die lange Zeit als Heiratsmuffel galten, wachen auf, und erkennen die Ehe nicht nur als ein Manifest der heilen Welt. Sondern als ein Idyll zwischen zwei liebenden Menschen, die einfach zusammengehören. Doch im Gegensatz zu damals soll das vor allem zwischen den beiden unterstrichen werden. Heute gilt die Ehe als eine besondere Art der Zuneigung und dem Willen, das Leben für immer oder doch zu mindestens für eine lange Zeit gemeinsam bestreiten zu wollen.

Vor ein bis zwei Jahrzehnten galt die Ehe vielmehr als ein Symbol nach außen. Als eine Art gesellschaftliches Muss. Heiraten ist wieder zu einem Lebensgefühl geworden, die Ehe ist wieder in Mode. Ein Fakt, der uns hoffen lässt.

Bild: Rainer Sturm, Lupo/ pixelio.de; glueckundsegen.de

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